Unser Leitbild


Unser Leitbild ist am Werden - hier stellen wir Ihnen bereits unser Selbstverständnis vom achtsamen Umgang mit dem Wald vor:

Unser Selbstverständnis zum Umgang mit dem Wald

Folgende Punkte geben wir unseren AbsolventInnen mit auf ihren Weg zu "KursleiterInnen für Waldbaden".

Dabei steht der achtsame Umgang mit allem Lebenden im Wald an oberster Stelle. Unser Grundsatz: Wir sind Gäste im Wald !

  

Betretungsverbot

Folgende Bereiche betreten wir nicht und halten auch unsere TeilnehmerInnen dazu an, dies in ihrer Freizeit nicht zu tun, da es in den meisten Fällen verboten ist. Von April bis Juni besondere Beachtung der Brut- und Setzzeit im Wald

·        Feuchtbiotope (sie dienen in besonderen Maßen dem Schutz der Tier- und Pflanzenwelt)

·        Schonungen und Pflanzgärten (Forstkulturen)

·        Gesperrte Bereiche (z.B. bei Holzarbeiten)

·        Ausgezeichnete Gebiete, wo das Betreten ausdrücklich verboten ist (z.B. besondere Naturreservate)

 

 

Genehmigung des Waldeigentümers

Möchte eine KursleiterIn Waldbadeveranstaltung gewerblich anbieten, so muss die Genehmigung des Waldeigentümers eingeholt werden. Wer Eigentümer des Waldes ist, erfahren KursleiterInnen beim zuständigen Forstamt.

 

 

Gesetze 

KursleiterInnen (und nicht nur sie) müssen folgende Gesetze in Deutschland besonders beachten:

·        Bundeswaldgesetz

·        Landeswaldgesetze

·        Bundesnaturschutzgesetz

 

Für KursleiterInnen im Ausland gelten die entsprechenden Gesetze ihres Landes. Es ist ihre Pflicht, sich darüber ausreichend zu informieren, damit sie nicht gegen geltendes Gesetz verstoßen. Die Deutsche Akademie für Waldbaden ist bei Verstößen gegen geltende Gesetze des In- oder/und Auslandes nicht haftbar.

 

 

Gewässer

Fließgewässer und Seen – und hier besonders die nahen Uferbereiche - sind besonders schützenswert.

 

KursleiterInnen sind angehalten mit größeren Waldbaden-Gruppen sich nur den Bachläufen zu nähern und besonders schützenswerte Uferzonen nicht zu betreten. Mit kleinen Gruppen kann man sich je nach Lage bzw. Beschaffenheit der Waldbäche oder - seen mehr nähern und auch mal ein Fußbad nehmen. Fließgewässer dürfen grundsätzlich nicht aufgestaut werden. Spielt man mit Kindern am Bach und baut einen Staudamm, so ist darauf zu achten, dass beim Verlassen das Wasser wieder fließt wie zuvor.

 

 

Gruppengröße

Bei der Gruppengröße haben die KursleiterInnen den Natur- und Waldschutz immer im Blick zu behalten und müssen sich fragen, mit wie vielen TeilnehmerInnen ein achtsames Waldbad noch möglich ist. Hier kommt es natürlich auch auf das entsprechende Waldgebiet an. Ein Anhaltspunkt sind maximal 12 TeilnehmerInnen. Ein besonders achtsames und wirkungsvolles Waldbad sollte mit nicht mehr als sechs TeilnehmerInnen gemacht werden. Auf jeden Fall sollen „Massenveranstaltungen“ im Sinne des Natur- und Waldschutzes vermieden werden.

 

 

Klettern auf Bäume

Für das Waldbaden müssen wir keine Bäume besteigen. Ist man mit Kindern unterwegs, die eventuell einmal auf Bäume klettern möchten, so achten die KursleiterInnen besonders darauf, dass keine Tiere (brütende Vögel) gestört werden. Und natürlich in besonderem Maße auf die Sicherheit der Kinder.

 

 

Lagerfeuer

Lagerfeuer oder einfach auch Grillen mit einem mobilen Campinggrill ist nur an ausgewiesenen Feuerstellen erlaubt. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald rät, auf Flächen, die an Wälder grenzen, eine Mindestentfernung von 100 Metern zwischen der Feuerstelle und dem Waldrand einzuhalten, so ist es auch in einigen Bundesländern gesetzlich festgeschrieben.

 

Da KursleiterInnen eine besondere Vorbildfunktion haben, werden sie angehalten die Empfehlung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ohne Ausnahme zu beachten und ihren TeilnehmerInnen zu vermitteln.

 

 

Müll

Müll im Wald wird mitgenommen – auch wenn er von uns nicht selbst produziert wurde. Deshalb sollten KursleiterInnen immer im Rucksack eine „Mülltasche“ mitnehmen, in der Plastik, Glas, Blech usw. aus dem Wald mit nach draußen genommen werden kann. Die KursleiterInnen sollen neben der Thematik der grundsätzlichen Boden- und Grundwasserverschmutzung auch auf die Gefahren für die Tiere hinweisen, die vielen Waldbesuchern gar nicht bewusst ist (Verletzungen die zu einem langsamen qualvollen Tod der Tiere führen können).

 

 

Picknick

Ein Picknick im Wald ist grundsätzlich erlaubt und für eine Waldbadengruppe von besonderer Bedeutung. Ausnahmen bestehen in Schutzgebieten. Der – möglichst wenig verursachte - Müll wird natürlich mitgenommen.

 

 

Rauchen 

Rauchen im Wald ist nicht in allen Bundesländern verboten. KursleiterInnen für Waldbaden rauchen im Wald nicht und sollten darauf achten, dass es auch die TeilnehmerInnen nicht tun. Eventuell können sie bereits bei der Ausschreibung schon darauf aufmerksam machen, das Rauchen beim Waldbaden nicht erlaubt ist.

 

 

Sammeln von Naturmaterialien 

Am Boden liegende Äste, Rinde, Holz, Blätter, Samen, Früchte dürfen in geringen Mengen zum Erstellen von kreativen Bildern oder Mandalas direkt im Wald gesammelt werden. Die „Kunstwerke“ bleiben im Wald zurück. Für den Eigengebrauch zu Hause dürfen die TeilnehmerInnen wenige Teile mitnehmen.

 

Das Abreißen von Ästen ist nicht gestattet. Blätter, Samen, Früchte und Kräuter dürfen nur insoweit gepflückt werden, dass sie direkt vor Ort verzehrt werden können. Es ist weder gestattet sie für Kunstwerke zu pflücken oder abzureißen oder diese zu sammeln und in größeren Mengen mit nach Hause zu nehmen. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Pilzen und Waldfrüchten in der Regel vollständig untersagt.

 

Ganze Pflanzen mit Wurzelballen dürfen nicht ausgegraben werden. Die KursleiterInnen machen ihre TeilnehmerInnen darauf aufmerksam.

 

 

Sturm 

Bei Sturm – und auch danach ist ein Betreten des Waldes oft zu gefährlich. Ein Waldbad mit Gruppen ist bei einer solchen Wetterlage zu unterlassen. Ist die KursleiterIn nach einem Sturm unsicher, so muss sie sich beim Forstamt informieren, oft steht es in der Zeitung oder auf der Website der Forstämter. Auf jeden Fall besteht Informationspflicht von Seiten der KursleiterInnen.
 

 

Übernachten im Wald 

Das Schlafen im Freien, z.B. in einem Schlafsack, ist erlaubt. Dagegen ist das Bauen fester Unterstände, von Hütten und das Aufschlagen von Zelten verboten bzw. genehmigungspflichtig. Für ein entspannendes Waldbad ist ein Übernachten im Wald nicht erforderlich.

 

Möchte eine KursleiterIn eine Übernachtung mit einer Gruppe anbieten, dann ist auch dann, wenn die Gruppe nicht zelten möchte, vorher eine Genehmigung des Waldeigentümers/des Forstamtes einzuholen, um gemeinsam zu überlegen, ob und wo eine Übernachtung möglich ist. Es gibt inzwischen Naturlagerplätze, wo das z.B. nach Anmeldung gut geht.

 

Gerade in der Nacht gilt unser erster Satz „Wir sind Gäste in der Natur“ besonders, denn in der Dunkelheit sollen unsere Wild- und Waldtiere einen besonderen Schutz haben.

 

Das klassische Waldbaden sieht keine Übernachtung im Wald vor, eine Übernachtung in der Nähe eines Waldgebietes (in einer Hütte, einem Hotel …) reicht allemal aus, wenn man ein mehrtägiges Waldbad plant.

 

 

Waldbrandgefahr 

Bei erhöhter Waldbrandgefahr gilt für die KursleiterInnen eine besondere Aufsichtspflicht. Das Rauchen ist verboten und die Wege sollten nicht verlassen werden (bei Waldbrandstufe 4 ist das Verlassen der Wege sowieso untersagt).

 

Außerdem sollen die KursleiterInnen ihre TeilnehmerInnen auf die besonderen Gefahren hinweisen: so kann bereits eine achtlos weggeworfene Glasscherbe oder Plastikflasche einen Brand auslösen. Pressemitteilungen sind besonders zu beachten und es besteht für alle KursleiterInnen eine besondere Informationspflicht bei den Forstämtern.

 

 

Waldtiere

Es ist selbstverständlich, dass Waldtiere nicht gestört werden. Das gilt besonders in der Brut- und Setzzeit (s.o. Betretungsverbot) und im Winter. Waldbaden heißt Hören und Schauen. Das geht auch von den Wegen aus: verhalten wir uns ruhig und achtsam, können wir auch von Wegen aus, Tiere beobachten ohne sie zu stören.

 

 

Wege verlassen? 

In der Regel darf der Waldbesucher die Wege verlassen. Einschränkungen bestehen in Schutzgebieten. Sind wir jedoch mit einer Gruppe von Menschen unterwegs, so achten wir in besonderem Maße darauf, ob wir Wege unbedingt verlassen müssen. Oft ist das Waldgebiet so wenig besucht, dass wir unsere Waldbaden-Übungen sogar mitten auf den Wegen machen können.

 

Wollen KursleiterInnen den Waldweg mit ihrer Gruppe für eine Übung verlassen, so achten sie besonders auf das ausgewählte Gebiet - es genügt meistens, nur wenige Meter in den Wald zu gehen. Nach der Übung wird wieder der Waldweg benutzt.

 

 

Hofheim im Oktober 2018

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